Raus aus den Pantoffeln, rein in die Pantoffeln

Raus aus den Pantoffeln, rein in die Pantoffeln

» … was für ein modernes Rendezvous,
Schule auf und Schule wieder zu.«

(nach dem Chris-Doerk-Song Die Schranke)

Gibt es keine Soße heute, fragt die beste Gefährtin von allen.
Im Prinzip koche ich gut. Ich bin nur manchmal in Gedanken, und dann fehlt bisweilen eine Komponente.

Aktuell denke ich darüber nach, warum Kollegen so unterschiedlich urteilen. Die einen denken an die Kinder, die eigenen und die ihnen zur Bildung anvertrauten, weil die Schulen geschlossen bleiben sollen – die anderen denken an die Kinder, schreiben aber böse Briefe an die Obrigkeit, weil die Schulen vorzeitig geöffnet werden sollen. Что делать?

Man kann sich öffentlich äußern. Das geht auch ohne Gedanken. Tobias Peter vom Redaktionsnetzwerk Deutschland kommentiert die Idee der GEW-Chefin Marlis Tepe, in diesem Jahr das Sitzenbleiben bleiben zu lassen:

»… die GEW-Chefin hat Recht [sic!] damit.
Denn das, was für manch einen vielleicht nach einem Freifahrtschein fürs Faulenzen klingt, ist einfach nur gerecht.


Soll am Ende etwa der einzelne Schüler mit einem verlorenen Jahr den Preis dafür zahlen, dass die Politik die Schüler nicht besser auf diese Situation vorbereitet hat? Dafür, dass Deutschland ein digitales Entwicklungsland ist? Das darf nicht sein.
Ungerecht wäre ein Sitzenbleiben in der Pandemie auch deshalb, weil es wieder einmal vor allem die träfe, …«

Vom scheinjuristischen Argument über die wohlfeile Moral zur Vulgärökonomie:
»Sitzenbleiben ist volkswirtschaftlich teuer. Es werden entsprechend größere Kapazitäten an den Schulen benötigt – und der Betroffene startet später ins Erwerbsleben und zahlt später Steuern.
Wenn wir dieses Geld [?] in eine bessere individuelle Förderung stecken, ist also nicht nur dem Einzelnen geholfen, sondern allen.«

Irgendwo auf dem Weg von der Grund- zur Henri-Nannen-Schule sollte doch die Weisheit zu finden sein, dass nicht die Gerechtigkeit der Motor unserer Gesellschaft ist. Auch könnte man, wenn man nicht mehr von Mutti das Taschengeld zugewiesen bekommt, herausgefunden haben, dass Geld etwas anderes ist als Humus, der von selbst auf dem Misthaufen entsteht und dann mehr oder weniger zweckmäßig auf die Felder verteilt werden kann.

***

Eva Kirchner von rbb24 findet etwas anderes heraus. Ihr Sohn (er heißt natürlich Anton) wird von ihr unterrichtet. Frau Kirchner bemüht sich, dem Tag Struktur zu geben. Zunächst fängt der Tag später als sonst an. Anton auch.

»Allerdings bin ich kläglich daran gescheitert, einen 45-Minuten-Rhythmus einzuhalten. Das funktioniert nicht. In manchen Fächern sitzen wir schon mal eineinhalb Stunden, weil Anton sich Themen erst einmal erarbeiten muss, bevor er die dazugehörigen Aufgaben lösen kann. Andere Hausaufgaben erledigt er in zwanzig Minuten.«

Nun, was lernt uns das?
Das Lernen verläuft nichtlinear, chaotisch und weitgehend planlos. Dass trotzdem geplant wird, ist kein Beweis. Das heißt, Herr Peter, wir brauchen keine individuelle Förderung für die Zukurzgekommenen, sondern einen individuellen Lernplan für jeden Schüler.

***

Ich denke immer noch nach; ich denke daran, wie die Pandemie die Eigentümlichkeiten der Gesellschaft wie in einem Brennglas vergrößert.

Heute Abend gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Wahrscheinlich ohne Tomaten.

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