Wieso Neuleerer?

Wieso Neuleerer?

Nach dem Krieg waren die Lehrer knapp, die eine Hälfte war tot, die andere Hälfte vorbelastet. Man wollte keine Nazis vor der Klasse zu stehen haben.
In den westlichen Besatzungszonen wurden junge Akademiker in Schnellkursen geschult, in der SBZ durften es auch Arbeiter sein. Hauptsache unbelastet. Wenn die Gesinnung stimmt, hieß ein Bonmot, darf der Neulehrer auch (zunächst) Blume mit h schreiben, also Bluhme. Ich kannte einige; insbesondere denke ich an Dieter Winkelmann, der als Neulehrer nicht nur so notdürftig zurechtkam, sondern als Mathematiklehrer und Förderer der jungen Mathematiker glühte. Ich war in seinem Klub junger Mathematiker.
Da ich auch mal Leerer war, nämlich Waggonleerer am Ostgüterbahnhof der Deutschen Reichsbahn, erlaube ich mir die orthographische Eigenwilligkeit.

Wissen müssen

Neugier kann ähnlich dringend sein wie Hunger, Durst oder das Gegenteil davon. Ich will wissen und dann weitersagen. Ich will nicht agitiert oder missioniert werden; wer meine Hautfarbe, mein Geschlecht, mein Alter als Ersatz für Argumente hernimmt, schließt nicht mich aus der Diskussion aus, sondern sich selbst.
Es gibt partikulare Interessen, echte und behauptete. Ich suche nach dem übergeordneten Interesse und nach dem übergeordneten Gegeninteresse.

»Das alles ist doch nur zur Unterhaltung gedacht.«
(N. Leisegang, Kintopp)

Nicht nur. Aber auch. Es darf gelacht werden.

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