Freiheit! Freiheit! Teil III (und Schluss)

Freiheit! Freiheit! Teil III (und Schluss)

»Aber die nicht durchgeführte Einsicht fällt in den Mißverstand, als ob die Vernunft es sei, welche in Widerspruch mit sich gerate; sie erkennt nicht, daß der Widerspruch eben das Erheben der Vernunft über die Beschränkungen des Verstandes und das Auflösen derselben ist«
(G.W.F. Hegel: Wissenschaft der Logik)

Meine Freiheit, die hat drei Haken. Zu den ersten beiden siehe die Beiträge vom 18. und 23.12.

Kommen wir zum dritten Haken. Der hat es erst recht in sich. Wir waren bei Hegel und nun denke ich an einen ganz anderen Philosophen, nämlich Kant.
Der hat nämlich in einem Roman (ach so, nein, nicht Immanuel – Hermann heeßt er) eine Figur auftreten lassen, welche vor oder während eines wichtigen Gespräches Liegestütze machte. Stöhnend und schlechtgelaunt, aber diszipliniert. Für die Gesundheit. Das war für mich dann ein schönes Beispiel für die Phrase: Einsicht in die Notwendigkeit. Es macht keinen Spaß, aber es ist notwendig. Weiterlesen

Freiheit? Freiheit? Teil II

Freiheit? Freiheit? Teil II

»An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.«
(Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, 1848)

Wir waren kürzlich (18.12.2020) bei der Freiheit und ihren Haken. Der erste Haken besteht darin, dass wir es scheinbar mit einem monolithischen Klotz zu tun haben, mit in Stein gemeißelten Weisheiten oder vielmehr Axiomen, die sich jeder gern als Maxime unters Bett nageln möchte – nur scheinbar, denn in Wirklichkeit ist es ein freischwebendes Gefüge von Wortwolken, in die man nicht anders fassen kann als in Watte. Es ist auch ein begrenzter Personenkreis, der sich dessen bedient; man kennt sich, weiß wovon man spricht, wenn man in der modernen Gemäldegalerie steht: Ach, welche Farbgebung! – Oh, was für eine Bildkomposition! Und selber steht man davor und sieht nur bunte Kleckse: Weiterlesen

Freiheit? Freiheit! Teil I

Freiheit? Freiheit! Teil I

Freedom’s just another word for nothing left to lose …
(Kris Kristofferson: Me and Bobby McGee, besonders bekannt durch Janis Joplin)

Hegel hat das ja ganz gut erklärt. Aber erstens hat wieder mal keiner Hegel gelesen, zweitens kann man Hegel nicht lesen, drittens stapfen wir noch mindestens knöcheltief durchs Engels-Jahr und ergo soll Engels uns das verdolmetschen.

»Nicht in der geträumten Unabhängigkeit von den Naturgesetzen liegt die Freiheit, sondern in der Erkenntnis dieser Gesetze, und in der damit gegebnen Möglichkeit, sie planmäßig zu bestimmten Zwecken wirken zu lassen … Freiheit des Willens heißt daher nichts andres als die Fähigkeit, mit Sachkenntnis entscheiden zu können.«
Friedrich Engels (Herrn Eugen Dühring’s Umwälzung der Wissenschaft)

Das war es eigentlich schon. Ich frag das nachher ab. Weiterlesen

Freiheit! Freiheit?

Alle, die von Freiheit träumen
Sollen’s feiern nicht versäumen

Marius Müller-Westernhagen, Freiheit

 

»Merkel rät frierenden Schülern zu Kniebeugen«,
behauptet mein verlässlicher Nachrichtendienst. Das erinnert mich an ein Lied über den Minister Severing, der sich in der Weimarer Republik bei hungernden Schulkindern beliebt gemacht hat, indem er ebenfalls Turnübungen empfahl. Aber das nur nebenbei. Weiterlesen

Blick zurück in die Zukunft

Life is what happens while you are busy making other plans.
John Lennon

Die Qualitätsmedien rechnen mal wieder nach vorn und dort mit dem Schlimmsten, ja Allerschlimmsten. Capital, die Fachzeitschrift für den gebildeten Arbeiter, prognostiziert für die düstere Zukunft Ausfälle von einigen Fantastillionen Euro wegen des zur Zeit eingeschränkten Unterrichts.
»Fällt die Schule aus, lernen Kinder fast nichts dazu.«

Immerhin ist ihnen noch »fast« eingefallen. Weiterlesen

Unterkiefer Oberkiefer

Unterkiefer Oberkiefer

Nadelarbeit: 5
(aus dem Zeugnis des Verf., Klasse 4b)

Früher war mehr Lametta.

Überhaupt war Lametta. Wir hatten ja nüscht, aber Lametta. Notfalls schnitt man sich welches aus Alufolie. Das war eine Heidenarbeit!

Wir waren vier Heidenkinder. Vater war Atheist in ungefähr dritter Generation, Mutter verließ ihr Dorf und ließ die Kirche dortselbst. Prompt zischte es später an der Hochzeitstafel aus dem zahnlosen Maul einer Dorfunschönen: »Da liegt kein Segen drauf!« Und doch war es erst der Tod, der die Eltern voneinander schied und letztlich von uns Heidenkindern.
Kein Geistlicher hat ihn begleitet. Sie auch nicht. Weiterlesen