Der Ernst meines Lebens

Wir gehen doch nicht in die Schule, um etwas zu lernen. Manchmal passiert es trotzdem.
(Den meisten) Unbekannter Dichter

Wir waren bei Corona. Nein, bitte nicht. Nicht heute.

Heute geht Krümel das erste Mal zur Schule. Also, er wird natürlich gefahren. Das erledigt Papa. Mama hat zu tun, an alles zu denken. Dann hat sie damit zu tun, im Anblick der schulranzenden Kinder zu erbleichen.
„Wir haben den Schulranzen vergessen.“

Ich habe ihn nicht vergessen. Ich habe nur nicht daran gedacht.
Wir müssen jedenfalls zurück.

Ich fahre – gegen meine Gewohneit – ein klitzekleines bisschen schneller als üblich, ich will jetzt nicht sagen: zu schnell – jedenfalls wendet sich ein Vorgärtner um und sagt aus seinem Gesicht: „HEJ!!!“
(Majuskeln und mehrfache Satzzeichen bedeuten im Internet SCHREIEN!!!!!)

Ich verstehe ihn ja. Wir wohnen in einer verkehrsberuhigten Zone und bei uns muss auch so mancher Verkehr etwas beruhigt werden. Ich sage auch manchmal: „Hej!“
Meistens aber zerre ich den Fahrer aus dem Auto, vertrimme ihn ordentlich und zünde anschließend sein Auto an.

Die Angelegenheit wird etwas entschärft dadurch, dass ich ja sooo schnell auch nicht war; ich hatte ihn wohl nur erschreckt. Und – bevor er sich mir und meinem Auto zuwandte, zeigte er mir einen anderen Körperteil, welcher durch das einzige Kleidungsstück, das er trug, welches der einzigen Aufgabe, welches es hatte, nämlich ihn, also den Körperteil, zu bedecken, nur sehr unvollkommen nachkam, nur unvollkommen bedeckt wurde.

Das ist eine Situation, die der Komik nicht entbehrt. Trotzdem soll sie uns gemahnen:

Bitte fahrt vorsichtig! Ob wir jetzt für die Schule oder für das Leben lernen – Leben ohne Schule geht irgendwie. Schule ohne Leben ist konsequent sinnlos.

Ernst also. Der Vater des Vaters meines Vaters hieß so. Den brauchen wir jetzt gar nicht. Aber seinen Sohn. In dessen Zeugnis der Berufsschule ist vermerkt, dass er nicht einen Tag zu spät kam oder gar auch nur einen Tag versäumt hätte. Was für eine Herausforderung!

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